Sole & Salz

Salzgeschichte in Europa


10.000 v. Chr. Der Mensch wird sesshaft und beginnt mit dem Anbau von Pflanzen. Vermutlich beginnt er zu dieser Zeit bewusst Salz zu entdecken. Zuvor nahm er als Jäger ausreichend Salz durch die tierische Nahrung zu sich. Durch die Nahrungsmittelumstellung wird Salz als Nahrungsergänzung lebenswichtig. In der Nähe von Salzlagerstätten werden Siedlungen errichtet und Salz wird als Produkt aus den Stätten gewonnen.
800 - 400 v. Chr. Aus der Hallstattzeit gibt es weitere Hinweise zu Salzfundorten und erstmals zum Salzhandel in Europa. Der Begriff „hall“ (kelt.: Salz) wurde von den Kelten, später dann auch von den Römern über-nommen. Er ging schließlich in Ortsnamen wie Bad Reichenhall ein. Der Handel mit Salz wird ausgedehnt und es entstehen wichtige Handelsstraßen, die die Handelsorte miteinander verbinden. Die bekanntesten Salzstraßen sind die „via salaria“ in Italien, die „Salzstraße“ von Lüneburg nach Lübeck, der „goldene Steig“ von Passau nach Böhmen und die Salzstraße von Bad Reichenhall nach Augsburg.
1158 n. Chr. An zentralen Punkten der Salzstraßen entwickelten sich bedeutende Handelszentren. So verdanken unter anderem München (1158) und Rom ihre Existenz dem Salzhandel. Salz ist ein begehrtes Handels-objekt. Im Mittelalter kommt es zu Salzkriegen und politischen Machtkämpfen zwischen Herrschern um Salzvorkommen und Handelsrechte.
1616 n. Chr. Die Salzgewinnung wurde weiter ausgebaut. Neue Techniken entstehen, Soleleitungen aus Holz leiteten die Sole zu entfernten Salinen. In Bad Reichenhall wird erstmals ein Pumpensystem eingesetzt, das die Sole über einen Berg fördert.
20. Jh. Ab dem 20. Jahrhundert wird Salz industriell gewonnen und verarbeitet.


Physiologische Bedeutung

Speisesalz ist als Quelle von positiv geladenen Natrium - und negativ geladenen Chlorid-Ionen der mengenmäßig wichtigste Mineralstoff in der menschlichen Ernährung. Sie spielen eine lebenswichtige Rolle für den Wasserhaushalt, das Nervensystem, die Verdauung und den Knochenaufbau. Der Körper eines Erwachsenen enthält etwa 150 bis 300 Gramm Salz und benötigt täglich 3 bis 5 Gramm zum Ausgleich des Verlusts durch Schwitzen und Ausscheidungen (bei starkem Schwitzen oder einigen Erkrankungen bis zu 20 Gramm).


Salz als Lebensmittel und Gewürz

Die wichtige Bedeutung der Salzaufnahme für den Organismus ist daran zu erkennen, dass es einen eigenen Geschmackssinn „salzig“ gibt und Salz schon immer zu den begehrtesten Gewürzen gehörte. Salat ist ein Lebensmittel, das das Salz schon im Namen trägt. Der Name leitet sich ab vom italienischen insalata (herba), was genau die Essenz der Speise beschreibt, nämlich „eingesalzene Blätter / Kräuter“. Außer zur individuellen Würzung ist Speisesalz bei der Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren, Brot und Käse unentbehrlich. Der weitaus größere Teil der Salzaufnahme erfolgt durch verarbeitete Lebensmittel, weniger durch direktes Nachwürzen, welches jedoch individuell sehr unterschiedlich ausfällt. Der Anteil der Speisesalzproduktion in Deutschland (440.000 t) beträgt etwa 3 Prozent an der Gesamtsalzproduktion. Im Durchschnitt verbraucht jeder Bundesbürger etwa 16 Gramm Speisesalz pro Tag, etwa die Hälfte davon nimmt er auf, die andere Hälfte geht zum Beispiel durch Kochwasser verloren.


Zusatzstoffe

Speisesalz kann die folgenden Zusatzstoffe zum reinen Natriumchlorid enthalten:

Rieselfähigkeit:
Zur Verbesserung der Rieselfähigkeit werden Kalziumkarbonat (Kalk), Magnesiumkarbonat, Silikate, oder Kaliumhexacyanoferrat zugesetzt. Der Grund dafür ist, dass normales Speisesalz hygroskopisch ist (an der Luft feucht wird) und verklumpt. Die Hygroskopie entsteht aber nicht durch das reine Natriumchlorid, sondern durch geringe Verunreinigungen, zum Beispiel durch Magnesiumchlorid. Das schwerlösliche Kalzium- und Magnesiumkarbonat verursacht die Trübung beim Auflösen des Salzes in Wasser. Das Kalziumkarbonat ist auch für die Entfärbung eines frischen Rotweinflecks mit Salz verantwortlich. Diese Zusatzstoffe sind gesundheitlich völlig unbedenklich: Kalium-, Calcium- und Magnesium-Ionen sind wichtige Bestandteile des Trinkwassers, in Mineralwässern finden sich auch gelöste Silikate. Das Hexacyanoferrat - Ion ist eine chemisch sehr stabile Komplexverbindung, die deshalb in der verwendeten niedrigen Konzentration keine nachweisbare biologische Wirkung hat.

Jodsalz:
Zur Vorbeugung gegen Jodmangel wird Natriumiodat oder Kaliumiodat zugesetzt. Jodiertes Speisesalz enthält 15 bis 25 mg Iod pro Kilogramm. Iodat wird deswegen verwendet, weil Iodid im sauren Medium des Essenbreis im Magen nicht stabil ist.

Fluoridiertes Salz:
Zur Kariesprophylaxe werden geringe Mengen an Natriufluorid oder Kaliumfluorid zugesetzt.

Kräutersalz:
Ist eine Salzmischung bestehend aus ca. 40 - 85% Kochsalz und mindestens 15% anderen Kräutern. Früher nahmen die Menschen diese Salzmischung zum Haltbarmachen von Kräutern für den Winter. Heute benutzt man Kräutersalz vor allem wegen des vielfältigen Geschmacks und um die konsumierte Kochsalzmenge zu reduzieren.

Nitritpökelsalz:
besteht aus Speisesalz mit 0,4 - 0,5 % Natriumnitrit.


Salzhandel

Salz war lange Zeit ein sehr wertvolles Handelsgut, das bereits in vorgeschichtlicher Zeit auf so genannten Salzstraßen von den Herstellungsorten in salzarme Regionen exportiert wurde. Aus Salzstraßen wurden später bedeutende Handelsstraßen. Der Salzhandel war in Deutschland bis 1993 mit der Salzsteuer belegt. Der Handel mit Salz war ein wichtiges Monopol. Städte, die das Salzregal besaßen, wachten sehr aufmerksam darüber, dass innerhalb dessen Geltungsbereiches kein anderer Salzhandel stattfand.


Saline

Eine Saline ist eine Anlage bzw. ein Betrieb zur Gewinnung von Salz. Dabei wird das gewonnene Kochsalz als Sudsalz bzw. Siedesalz bezeichnet. Die Gebäude zur Gewinnung von Sudsalz werden manchmal auch als Sudhäuser bzw. Siedehäuserbezeichnet. Die Bezeichnungen können regional unterschiedlich sein. Wir kennen Anlagen am Meer, die das Salz durch natürliches Verdunsten von Meerwasser erzeugen (geplante oder natürliche Salzgärten), die Salz aus Sole durch Verdampfen des Wassers in Pfannen - diese waren im Besitz der Pfänner - produzierten. Zur Gewinnung der Sole wird in vielen Salinen Wasser durch die unterirdischen Salzlagerstätten gepumpt, das das Salz herauslöst (z.B. Schweizer Rheinsalinen). Bei der Gewinnung von Salz aus Sole nutzte man früher aus ökonomischen Gründen die natürliche Verdunstung und Reinigung über Gradierwerke (diese werden oft fälschlicherweise als Salinen bezeichnet).


Gradierwerk

Ein Gradierwerk (oft fälschlich als Saline bezeichnet) besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) ausgestopft ist. Es dient dem Gradieren, d.h. dem Erhöhen des Salzgehaltes einer Sole. Indem man die Sole das Gradierwerk herablaufen lässt, tragen Wind und Sonne zum Verdunsten des in der Sole vorhandenen Wassers bei. Gleichzeitig setzen sich Verunreinigungen der Sole (wie z. B. Kalk) im Reisig ab und bilden den sog. Dornstein. Auf diese Weise hat man in früheren Zeiten bei der Salzgewinnung Siedekosten eingespart. Heute dienen Gradierwerke zumeist zur Kur (durch Inhalation der salzhaltigen Luft).


Dornstein

Als Dornstein bezeichnet man die versteinerten Ausfällungen von Mineralien wie Kalk und Eisen an Dornzweigen von Gradierwerken. Die sog. Dornwände der Rieselpackungen sind mit Dornzweigen des Schwarzdorns (Schlehdorn) gefüllt.


Salz und der menschliche Körper

Die enge Beziehung zwischen Wasser und Salz ist auch für unseren Körper von enormer Bedeutung. Weil Salz Wasser an sich bindet, reguliert es somit auch die Verteilung von Flüssigkeit in unserem Körper. Die ausgewogene Flüssigkeits-verteilung wird Osmose genannt. Die ständig zu lesende und hörende Aussage: »Salz ist Leben!« belegt wieder eindeutig wie goldwert Salz zu Zeiten war, als es nicht in der heute frei zur Verfügung stehenden Menge vorhanden war. Unser Körper braucht also Salz zum Leben, da ja sonst das Herz nicht schlägt, keine Muskel - oder Nervenfasern arbeiten und das Blut nicht zirkuliert, weil ja keine Zelle unseres Körpers ohne Salz existieren kann. »Zu viel Salz bedeutet schwere gesundheitliche Störungen!«, weil es gerade das zuvor beschriebene Gleichgewicht im Zellaufbau stört. Leider wird heute im Durchschnitt bereits zu salzig gegessen und das auch noch mit "zu wenig Trinken" kombiniert. Mit Trinken ist vorrangig unser Wasser gemeint.


Salz und seine Qualität

Gutes oder schlechtes Salz, also die Qualität von z.B. Stein- oder Meersalz, ist erst einmal nicht abhängig vom geologischen Quellort oder der Aufbereitung in einem bestimmten Unternehmen als sogenanntes Markensalz ohne weitere Angabe von Inhaltsstoffen. Ein Kriterium kann sein, inwieweit es naturbelassen wurde und seine besonderen Eigenschaften zeigt.

Unterschieden wird zwischen:

Salzkristalle:
Sie stellen die reinste Form dar und haben somit auch die höchste Qualitätsstufe eines Salzes.

Kristallsalz:
Natürliches Vorkommen mit fast vollster Reinheit. Es kann allerdings kein wirkliches Qualitätskriterium sein, da jedes Salz eine kristalline Struktur hat.

Steinsalz:
Das naturbelassene durch Abbau im Salzbergbau gewonnene Salz.

Raffiniertes Salz:
Dazu gehört durch Sole gewonnenes Salz. Diesem Salz werden aber durch den Siede – Prozess viele Inhaltsstoffe entzogen, so dass auch von einem „verarmten Salz“ gesprochen wird. Nur noch bei der Gradierung sieht es anders aus, hat aber heute keine industrielle Bedeutung mehr. Salz mit diversen Zusätzen: Auf dem Markt sehr weit verbreitet und das auch noch zu einem oft überhöhtem Preis, und das alles obendrein noch ungerechtfertigt unter dem Mantel der Gesundheitsvorsorge. Allgemein gesehen sind diese Salze nicht direkt gesundheitsschädlich. Es kommt auf die Zusatzstoffe und deren Menge und Zusammenwirken an. Die sogenannten Rieselhilfen sind ein völlig überflüssiger Zusatzstoff; meistens Carbonate, Silicate oder eine chemische Substanz, allerdings nicht für den Körper gefährlich. Anders sieht es da bei Jod und Fluor aus. Speziell Fluor ist seit vielen Jahren ein industrielles Abfallprodukt. Der weltweite Skandal liegt bereits 20 Jahre zurück; trotzdem putzen Menschen immer noch im Übermaß ihre Zähne mit Zahnpasta die Fluor enthält. Was im Übermaß für den menschlichen Körper schädlich ist, dazu gehört vor allem Fluor aber auch Jod, wird im Falle des industriellen Abfallproduktes Fluor in Zahnpflegemitteln als „die“ Lösung zur Härtung der Zahnoberfläche (Zahnschmelz) und somit auch als „das“ Heilmittel zur Vermeidung von Karies wirtschaftlich weidlich ausgenutzt. Beim jodierten Salz wollten Industrie und Werbung diesen Fehler nicht wiederholen, was ihnen auch gelungen ist. Wir nehmen mit unserer Nahrung immer mehr jodiertes Salz auf und das – obwohl es je nach Lebensmittel und Trinkwasser, welche i. d. Regel Huminsäure und Nitrat enthalten zur Störung der Jodverwertung in unserem Körper kommt. Speziell Jodhaltiges Salz nimmt gerade in Deutschland eine immer mehr diskutierte Sonderstellung ein und ist wegen der politischen Entscheidung zum Jodieren mittlerweile sehr umstritten. Als Werbeträger hat es bei uns jedoch immer noch Marktmacht. Das geht sogar bis zu Aussagen wie: „von außen Zahnpasta mit Fluor an die Zähne, von innen Jodsalz, alles für unsere Gesundheit“. Wegen möglicher lebensbedrohender Situation ( Überdosierung) sollte im persönlichen Fall vor der Anwendung von Jodsalz ein Arzt konsultiert werden. Ansonsten lauten immer mehr Empfehlungen, ohne Zwang kein Jodsalz bei der Nahrungsaufnahme zu verwenden. Angefangen beim morgendlichen Brötchen bis zum Fertiggericht, fast alles wird inzwischen bereits mit Jodsalz hergestellt. Der massiven geschäftsfördernden Werbung für dieses Salz kann nicht einmal ein Vorwurf gemacht werden. Die Verwerter aller Branchen berufen sich auf den für sie nützlichen „Segen von oben“. Selbst die WHO (Welt Gesundheitsorganisation) stuft Deutschland nur als leichtes bis mittleres Jodmangel Gebiet ein. Zudem nehmen wir heute mit unserer Nahrung mehr Jod auf als noch vor einigen Jahrzehnten, als menschliche Nahrung nur aus der Region oder sogar nur vom Wohnort stammte. Wie ebenfalls nachzulesen ist, soll wissenschaftlich nicht wirklich klar sein, ie viel Jod unsere Schilddrüse wirklich braucht um keinen Mangel zu haben. Unter den geschilderten Gesichtpunkten ist es eine jeweils personen- und situationsbezogene Entscheidung welches Salz verwendet wird.


Salz aus Sole gewonnen

Die sogenannte Bohrlochsolung, bei welcher Salzlager in bestimmten Tiefen abgebaut werden können, hat nicht so große Bedeutung. Durch die Bohrlöcher wird unter hohem Druck Wasser in die Tiefe gedrückt und so das Salz zur Sole verflüssigt, die dann hochgepumpt werden kann. Dieses Verfahren wird u.a. eingesetzt, wenn eine Salzlagerstätte durch Fremdstoffe stark verunreinigt ist. Bei einer Siedetemperatur um die +100 Grad Celsius wird so das feinkörnige Siedesalz gewonnen, wie es als Speisesalz genutzt wird. Die beim Siedevorgang ausscheidenden Fremdstoffe, mehrheitlich Gips, verbleiben als sogenannter Pfannen- oder Salzstein in der Siedepfanne zurück. Diese Rückstände, die noch einen sehr hohen Salzgehalt haben, werden i. d. Regel im landwirtschaftlichen Bereich genutzt. Der Übersicht wegen gehört hier auch die Salzgewinnung aus Sole dazu. In Bad Dürrenberg wurde die Salzproduktion 1964 eingestellt. Um den Salzgehalt der Sole möglichst nahe an die Aufnahmekapazität des Wassers für Salz (26 Prozent) zu bringen, durchlief sie Gradierwerke. Angestrebt wurde immer eine sogenannte «Gutsole» mit 22 Prozent Salzgehalt, was dem sogenannten »Siedeloth« entsprach, dem Maß für diesen Wert. Unter günstigen Umständen (starke Sonneneinstrahlung und Wind) soll es bei diesem Gradierverfahren sogar möglich sein, Sole bis zu 25 Prozent Salzgehalt zu gradieren. Erwähnenswert ist auch, dass durch die Gradierung sich vor allem Fremdstoffe, wie z.B. Gips, im Reisig des Gradierwerkes ablagern. Beim anschließenden Sieden verbleiben somit weniger feste Rückstände in den Siedepfannen (Gesöde) und die Salzqualität wird besser.


Salz (Sole) zur Linderung von Krankheiten

Einen hohen Bekanntheitsgrad haben Stollen in ehemaligen Salzbergwerken. Hier gehen, stehen, sitzen oder liegen überwiegend Kranke mit Atembeschwerden. Aber auch Patienten die unter Heuschnupfen leiden finden dort unterstützende Linderung. In der Regel liegt dort die Raumtemperatur um die +12 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von etwas über 80 Prozent. Diese Umgebung, in Verbindung mit der salzhaltigen Luft, wirkt sich lindernd auf die Schleimhäute der Atemwege aus. Als unmittelbare Wirkung entkrampfen sich die Bronchien, es löst sich Schleim und längerfristig klingen auch Entzündungen ab. Bleibt als wichtigster Punkt noch die nachgewiesene lindernde und auch heilende Wirkung der Sole, so wie sie aus der Tiefe hochgepumpt und zur Unterstützung der medikamentösen Therapie angewandt wird. Weit verbreitet ist das Sole-Wannenbad, wie es besonders in Kurorten zur Asthma-Therapie eingesetzt wird. Gleichzeitig kann die Wirkung durch eine Sole-Medikament-Inhalation unterstützt werden. Eine Sole-Trinkkur kann ebenfalls genutzt werden. Die Anwendung bezieht sich i. d. Regel auf die innere Reinigung, Entschlackung, womit vordergründig der Darmbereich gemeint ist. Ein wichtiger Punkt bei der Sole-Nutzung liegt vor allem beim Asthma und auch bei Erkältungskrankheiten durch das Begehen, Sitzen oder Liegen im Bereich von Freiluft - Inhalatorien. Das ist die Weiternutzung der Gradierwerke aus der Ära der Salzgewinnung. Schwerkranke im Bronchialbereich sollten das ebenfalls unter ärztlicher Kontrolle tun. Denn gerade hier, wird u. U. sehr salzhaltige Luft eingeatmet. Hier zeigt sich das Salz quasi wieder als Giftsubstanz, welche die Schleimhäute bis zur Blutung reizen kann. Schwere und kaum stillbare Blutungen, bei jedem Hustenanfall, können die Folge sein.

Auch ein Beispiel dafür, wie nahe beim Salz und dessen Nutzung Gesundheit und Krankheit beieinander liegen.


Sole und Salz - Gott erhalt's

In allen früheren Jahren hatte dieser Ausspruch eine ganz andere Bedeutung, einen völlig anderen Hintergrund als heute. Salz war knapp, teuer und nur mühevoll zu sieden. Nur mit Salz konnte damals die Nahrung wirklich schmackhaft gemacht werden. Außerdem und wichtigster Punkt, es war alleiniges Mittel um Fleisch, Fisch und Krautarten haltbar zu konservieren. Für Zeiten einer Missernte oder in "Theurer Zeit" war es lebensnotwendig Vorräte zu haben. Ohne Salz gab es auch keine Vorratswirtschaft!

Heute sind für uns die Worte Sole und Salz gleichbedeutend mit Gesundheit und Ernährung.


Die Geschichte des Solebades

Um 1800 konnte der Arzt Dr. med. Johann Wilhelm Tolberg die Heilwirkung der Sole in vielen Fällen nachweisen und errichtete in Salzelmen das erste Solbad. 1846 wurden auch in Dürrenberg die ersten Wannen (siehe Patentschrift im Anhang) für Solebäder aufgestellt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erstmals kamen dann auch Fremde nach Dürrenberg. Der Ort der Salzproduktion wurde zum Badeort. 1869 waren es 1000 Bäder, die durch das Mischen von Sole mit Leitungswasser als etwa dreiprozentige Lösung verabreicht wurde. Die Möglichkeit der Freiluftinhalation an den Gradierwerken wurde nach 1870 durch einen Inhalierraum bedeutend verbessert. Nach und nach wurden weitere Behandlungsmöglichkeiten geschaffen. Licht-, Moor-, Kohlensäure-, Sauerstoff-, Mutterlaugen- und Jodsolbäder waren möglich, Massagen und Trinkkuren konnten verabreicht werden.

Der 1. Weltkrieg brachte den Badebetrieb zum Erliegen. Erst 1927 erwachte Dürrenberg als Kur- und Badeort zu neuem Leben.

1935 wurde Dürrenberg auf Grund seiner Kurerfolge, welche nicht weniger erfolgreich waren als die anderer berühmter Kurorte, der Titel „Bad“ zuerkannt.

Der 2. Weltkrieg brachte Bad Dürrenberg mit seinen Einrichtungen zur Salzgewinnung und dem Kurbetrieb großen Schaden. Erst 1948 kamen Patienten wieder zur Kur. Stetig stieg die Zahl der verabreichten Bäder und Therapien in Bad Dürrenberg. 1960 waren es ca. 30000 Bäder und 75000 Inhalationen.

Die eingeschränkten Kapazitätsmöglichkeiten konnten jedoch die steigenden Kuranfragen nicht mehr bewältigen. Auch die sich erweiternde Chemieindustrie führte letztlich zur Schließung des Kurbetriebes im Jahre 1965.

Sicher wäre Bad Dürrenberg zu einem erfolgreichen Kurzentrum Mitteldeutschlands entwicklungsfähig gewesen. Schon die Eingrenzung des Stadtzentrums von den ehemals fünf bestehenden Gradierwerken mit der einmaligen Gesamtlänge von 1821 m, hätte die Errichtung größerer Kureinrichtungen hervorragend begünstigt. Diese Chance wurde jedoch ohne Rücksicht auf Tradition, Ortscharakter und Gesundheit nicht genutzt. Statt dessen wurde alles der Entwicklung der chemischen Industrie untergeordnet, wodurch das 5. Gradierwerk völlig abgerissen und alle weiteren Kur- bzw. Siedereianlagen dem Verfall preisgegeben wurden. So entstand 1962 die „Neue Siedlung“ für die notwendigen Arbeitskräfte der chemischen Industrie in Leuna und Buna.

Heute gehört der Regierungsbezirk Halle zu den waldärmsten Gebieten in Deutschland. Der Waldanteil liegt bei gerade mal 3%. Diese Waldarmut ist tatsächlich auf den enorm hohen Brennstoffverbrauch beim Solesieden zurückzuführen. Nachdem die Wälder fast restlos gerodet waren, wurde aus südlichen Regionen, insbesondere dem heutigen sächsischen Raum Brennholz herangeflößt. Der unweit an Bad Dürrenberg vorbeiführende alte Floßgraben ist noch heute sehr gut erhalten und als technisches Baudenkmal geschützt.

Als auch diese Brennstoffquelle weitgehend versiegte, wurden erste Funde von Braunkohle festgestellt. In der Folge wurde die Kohle in der Siederei eingesetzt. Noch heute gibt es Zeugnisse kleinerer Kohleausbeutungen im näheren und weiteren Umfeld Bad Dürrenbergs. Eines der wohl mächtigsten und bekanntesten Kohlelagerstätten war das Geiseltal bei Braunsbedra. Hier wurde nach 100 Jahren Ausbeutung die Kohleförderung im Jahre 2000 eingestellt. Das Restloch wird geflutet und es entsteht bis etwa 2010 der Geiseltalsee, der dann 12größte See Deutschlands.

Die etwa 8 %ige Sole einer Quelle am Rande des Kurparks Bad Dürrenberg wurde anfangs als rohe Sole, mit dem Salzgehalt wie sie zu Tage trat, gesiedet. Kurze Zeit später begann man das "Dröppeln" über die nach und nach gebauten Gradierwerke. Dieser Vorgang erfolgte bis zu sieben mal über Schwarzdornbündel. Noch um 1600 herum wurde an anderen Orten bzw. Solestätten Strohbündel eingesetzt.

Die Sole, in diesem Kreislauf der Sonneneinstrahlung und dem Wind ausgesetzt, konnte so bis auf das Siedeloth (22 Prozent) hochgradiert werden. Das Sieden dieser gesättigten Sole ersparte grosse Mengen an Brennmaterial. Die Unterhaltung der ehemals 4 Gradierwerke (Gradierwerkshäuser) erforderte zwangsläufig einen enormen Aufwand, war aber notwendig geworden und machte sich letztlich auch bezahlt.


 

Sole – Anwendung für gesundheitliche Zwecke früher und heute

 


Das Solebad

Bei Hauterkrankungen (Psoriasis, Neurodermitis, Akne, irritierten Hautverhältnissen), bei Rheuma und Gelenkserkrankungen, zur Rekonvaleszenz nach Operationen, bei Frauenkrankheiten, Kindern mit Infektneigungen, sowie zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems und zur Entschlackung des Körpers.

Um ein Natursalzbad mit therapeutischer Wirkung zu erzielen, ist der notwendige Salzgehalt im Badewasser zwingend notwendig. Die Salzkonzentration muss wenigstens der Salzkonzentration unserer Körperflüssigkeiten (0,97 %) entsprechen, um das osmotische Austauschverhältnis zu aktivieren. Da ein Wannenvollbad in der Regel mit 80 bis 100 Litern gefüllt wird soll wenigstens 1 Kilogramm Natursalz eingesetzt werden. Damit der Körper durch Temperaturausgleich nicht unnötig belastet wird, bzw. keine körpereigene Energie dafür aufwenden muss, sollte die Badetemperatur so nahe wie möglich bei 37 Grad Celsius liegen. Die Badedauer sollte in der Regel ca. 20 - 40 Minuten betragen, kann bei entsprechendem Wohlbefinden auch bis zu 1 Stunde verlängert werden. Während dieser Zeit erreicht der Körper ein Innen- wie Außenverhältnis der gegebenen Salzkonzentrationen und bewirkt dadurch einen mit der prenatalen- vorgeburtlichen Phase zu vergleichenden Zustand. Aus dem Solebad dringen die Mineralstoffe in Form von Ionen in die Haut ein.

Osmotische wie auch ionale Reize werden an die lebenden Zellschichten verteilt und bewirken tiefgreifende Änderungen im Hautstoffwechsel, welche natürliches Zellwachstum hervorrufen. Bioenergetische Schwachstellen werden ausgeglichen und der körpereigene Stromfluss wird aktiviert. Organfunktionen treten in Resonanz mit der geomagnetischen Schwingungsfrequenz aller in der Natursole enthaltenen Elemente. Der natürliche Regulationsmechanismus der Körpers, die sogenannte Homöostase, wird eingeleitet.

Bei dem Einsatz eines Natursalzkissens zur Soletherapie ist zu beachten, dass die Kristallsalzsteine etwa 45 Minuten benötigen, um sich vollständig im Wasser zu lösen. Legen Sie das Kissen bereits 25 Minuten bevor Sie das Bad beginnen in etwas Wasser. Zudem ist zu beachten, dass keinerlei Pflege- oder Reinigungsmittel, wie Seife, Badeschaum o.ä. während der Anwendung eingesetzt werden sollen.

Auch soll man nach dem Bad nicht duschen. Lassen sie die Natursole in die Haut eintrocknen. Die Natursalzkissen finden aber nicht nur Anwendung bei therapeutischen Solebädern.

Bei leichter Erwärmung der Salzkissen im Trockenzustand (im Backofen oder auf einer Heizung bei 50-60 Grad Celsius erwärmen), kann dieses vorteilhaft zur akuten Schmerzlinderung durch Auflegen eingesetzt werden.

Beobachtungen mit den Natur- und Mondrhythmen konnten belegen, dass die Anwendung einer therapeutischen Natursalzbadekur die optimalste Wirkung bei Mondwechsel (bei Vollmond durch optimierte Aufnahmefähigkeit bei Neumond durch optimale Entschlackungsfähigkeit) erreicht.

Unser Wasserkristallkörper unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der Gezeiten und kann bei Beachtung der naturgesetzlichen Zustände optimal zur gesundheitlichen Vorsorge bzw. Maßnahme beeinflusst werden.


Die Sole-lnhalation

Bei chronischen und spezifischen Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege (Asthma, Bronchitis), akuten wie chronischen Nebenhöhlen- und Ohrenerkrankungen. Etwas Natursole in ein heißes Dampfbad geben, bzw. ein Natursalzkissen oder Natursalz direkt in das heiße Wasser geben und mit bedecktem Kopf 10 bis 15 Minuten inhalieren. Die Atemwege brauchen nach der Inhalation etwa 30 Minuten, bis sich Gifte durch Schleim- und Sekretbildung binden und dann meist durch leichten Hustenreiz abgehustet werden. Eine Anwendung dieser Art kann je nach Befinden und Notwendigkeit mehrmals täglich durchgeführt werden. Auch hier reicht ein Mengenverhältnis von wenigstens 1 Prozent Natursalz auf die gegebene Menge Wasser. Erfahrungen belegen jedoch, dass eine erhöhte Konzentration von 8 bis 12 Prozent bessere Wirkung zeigt. Die Durchblutung der Bronchien wird gefördert und die ionisierten Salzelemente Natrium und Chlorid beruhigen Atementzündungen.


Die Sole-Trinkkur

Bei Störungen der Verdauungsorgane, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie zum Aufbau des Elektrolyt-Haushalts. Von der angesetzten Kristallsole kann man als therapeutische Trinkkur täglich auf nüchternen Magen mit dem ersten Glas Wasser ( etwa 200 ml) ca. 1 Teelöffel gesättigte, also konzentrierte Kristallsole trinken.

Die Kristallsalze können mit frischem Quellwasser solange nachgefüllt werden, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. Natursalz löst sich in Wasser zu einer maximalen Natursole-Konzentration von 26 % Volumenanteilen, bzw. 32 % Gewichtsanteilen.

Die eigene Trinkkur wirkt vor allem auf den Stoffwechsel des Verdauungssystems belebend. Die Peristaltik (Mageneigenbewegung) wird angeregt und die allgemeine Abwehrkraft des Körpers gestärkt. Im Magen-Darm-System steigert die Natursole die Sekretbildung der Verdauungsdrüsen.

Mit einer Soletrinkkur kann langfristig eine gestörte Verdauungsfunktion normalisiert werden.

Die Trinkkur mit salzhaltigem Quellwasser stellt keine Gefahr für Bluthochdruck-Kranke (Hypertoniker) dar. Die Trinkkur wirkt im Gegenteil eher blutdrucksenkend.

Massgeblich wird jedoch durch die kontinuierliche Trinkkur mit Natursole der Elektrolyt-Haushalt des Körpers vorteilhaft beeinflusst und aufgebaut.

Alle Anwendungen beziehen sich auf reines Natursalz, bzw. die hochwertigste Form, natürliches Kristallsalz. Die natürliche kristallin-rötliche Farbe entstand durch die kolloidale Einbindung verschiedener Spurenelemente, maßgeblich Eisen.

Anwendungen der vorgenannten Art sind nicht mit handelsüblichem Kochsalz möglich. Kochsalz besteht in der Regel aus Natriumchlorid und ist seiner weiteren 82 natürlichen Elemente durch den Raffinierungsprozess beraubt worden.

Das Kristallsalz wird von Hand abgebaut und selektiert. Es unterliegt keinem industriellen Eingriff oder einer maschinellen Behandlung. Somit sind die naturgesetzlichen Qualitäten des Kristallsalzes gewährleistet.